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Paul Valéry (* 1871; † 1945)
Paul Valéry, 1871 in Sète geboren, stand in seiner frühen Lyrik unter dem Einfluss von
Mallarmé, bevor er mit der Komposition seiner sprachmächtigen Symboldichtungen Die Junge
Parze (La Jeune Parque, 1917), die Paul Celan übersetzte, und Carmina
(Charmes, 1921), die Rainer Maria Rilke übertrug, völlig eigene Wege ging. Bekannt wurde
er schon früh durch seinen Essay Einführung in die Methode des Leonardo da Vinci
(Introduction à la méthode de Léonard de Vinci, 1894) und durch die Lektüre Poes angeregte
provokante Prosawerk Der Abend mit Monsieur Teste (Une Soirée avec Monsieur
Teste, 1895). Seit den zwanziger Jahren trat er mit einer Reihe Aufsehen erregender
kulturpolitischer, dichtungstheoretischer und kunstkritischer Essays hervor, darunter insbesondere
Die Krise des Geistes (La crise de l’esprit, 1919), Blicke auf die
gegenwärtige Welt (Regards sur le monde actuel, 1931) sowie mit den in den
Sammelbänden Variété I-V (1924-1944) vereinten Aufsätzen, verfasste subtil
argumentierende Dialoge in Nachahmung Platons und Diderots sowie das hintergründige Symbolstück
Mein Faust (Mon Faust, 1941-1945). Seit 1926 war er Mitglied der
Académie Française, 1931 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Universität Oxford verliehen, 1933 wurde
er Administrator des neugegründeten Centre Universitaire méditerranéen in Nizza, seit 1937 war er
Inhaber eines eigens für ihn eingerichteten Lehrstuhls für Poetik am Collège de France. Außerdem war er
langjähriger Präsident des französischen PEN-Clubs und in den dreißiger Jahren Vorsitzender des
Comité des Arts et Lettres des Völkerbundes, das sich mit Fragen der „Coopération
intellectuelle“ befasste. Als Valéry 1945 starb, ordnete de Gaulle ein Staatsbegräbnis an. ———————————
| 1 | „Le gôut est fait de mille degôuts“ (Tel quel I, S. 15).
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Bücher» Cahiers 1894-1914, Edition intégrale, I-IX. » Cahiers/Hefte. » Cahiers, I-II. » Cahiers (29 Bände). » Œuvres, I-II.
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